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Petra wollte unbedingt noch in diesem Jahr auf und vor den Deichen der Nordsee radeln.

Darum musste ich mich kümmern.

Rasch hatte ich auch schon Passendes gefunden.

Auf der Strecke dorthin ist Bad Essen nicht weit. Somit ist ein Besuch bei Marcus, Betty und Roger obligatorisch und schnell war ein Termin gefunden.

Laut Wettervorhersage sollte es ab Donnerstag dort regnen. So erweiterten wir die Reise und suchten uns weiter westlich ein Ziel an der niederländischen Nordsee. Das erste Ziel, Sneek, hatte auch keinen Deich in der Nähe. Google empfiehl uns dann den Ort Lemmer. Ja, da gab es einen Deich.!

27. September 2026 - 04. Oktober 2026



Gesamtstrecke: 900 km

Übernachtung: FreiStehen, Wohnmobilstellplatz

Friesland

Wohnmobilstellplatz:

Bohnenburger Reihe 12,

26388 Wilhelmshaven

FreiStehen: Bad Essen

Harkamp


Wohnmobilstellplatz:

Camperplaats Aquanaut

Selfhelpweg 7, 8607 AB Sneek

Wohnmobilstellplatz:

Jachthaven Lemmer Binnen

Plattedijk 10, 8531 PB Lemmer



Am Sonntag starteten wir nach unserem späten Frühstück. Bis nach Bad Essen waren es rund 230 Kilometer, also mit dem Wohnmobil in gut 3 Stunden zu schaffen. Aufgrund einiger Baustellen und Sperrungen, hauptsächlich im Ruhrgebiet, benötigten wir aber 4:30 Stunden.

Wir konnten wieder prima im provisorischen Wendehammer der Baustraße parken und übernachten. Nachdem wir uns begrüßten, enterte Roger sofort das WoMo und und gemeinsam richteten wir alles ein: Hubstützen ausfahren, Scheiben verdunkeln und das Bett herunterlassen .

So konnten wir viel Neues sehen. Inzwischen waren alle Außenanlagen fertig, die Decke im Carport und Hauseingang eingezogen, Lampen leuchteten und vieles mehr.

Fast 5 Monate waren wir nicht mehr hier.

Der Höhepunkt befand sich aber hinter dem Haus am Ende des Grundstücks:

Die Männerhöhle

Nachdem wir im Wintergarten lecker Gegrilltes gegessen hatten, gingen wir alle in die Männerhöhle. Heute Abend gab es das Länderspiel Deutschland gegen Griechenland (0:1). Zuerst spielten wir, wobei Marcus immer der Gewinner war, dann schauten wir uns das Fußballspiel an und danach ging es ins WoMo, schließlich war das Wochenende zu Ende…

Rund 180 Kilometer mussten wir bis zu dem kleinen Hafenstädtchen Hooksiel fahren. Da es unterwegs keinen Stau gab, waren wir bereits gegen 15 Uhr auf unserem reservierten Wohnmobilstellplatz.

Dieser Stellplatz befand sich auf einer gemähten Wiese. Schon in der Reservierungsbestätigung gab es den Hinweis, dass bei Regen die Wiese nicht befahrbar ist. Wir hatten sonniges warmes Spätsommerwetter und daher keine (noch keine) Probleme.

Der Stellplatz war für drei Fahrzeuge ausgelegt. In einem Schaukasten befand sich ein mit dem Internet verbundener kleiner Monitor. Auf ihm konnte ich die Belegung und Reservierungen der nächsten 14 Tage sehen. Unser Kennzeichen stand ab Dienstag alleine angeben, was bedeutete, dass niemand reserviert hatte.

Den Nachmittag verbrachten wir dann gemütlich vor und im Duomobil.

Am nächsten Morgen radelten wir nach Hooksiel. Nach rund 2 Kilometer waren wir bereits dort. Zuerst spazierten wir durch den kleinen Hafen.


Danach radelten wir in Richtung Norden. Ziel waren die beiden kleinen Hafenstädtchen Horumersiel und Schillig.


Wir kamen aber nur bis zum Campingplatz von Hooksiel.

Mein E-Bike hatte mal wieder keine Lust und beendete mit einem platten Hinterreifen unsere Radtour.


Was nun?


Natürlich nach einer Fahrradwerkstatt gegooglt. Zwei Läden gab es. Der nächstgelegene war nur rund 3 Kilometer entfernt und hatte bis 17 Uhr geöffnet.


Plan A: Das Rad kann dort repariert werden und ich hole es am nächsten oder übernächsten Tag wieder ab.


Plan B: Falls es in der Werkstatt keinen zeitnahen Termin gibt, dann kaufe ich einen passenden Schlauch dort und rufe den ADAC zur Hilfe.


Bei unserer letzten Tour hatte das Rad auch einen Platten Hinterreifen und der ADAC hatte es repariert. Diesen ADAC Service gibt es bereits seit 3 Jahren.


Weder Plan A noch Plan B funktionierten.


Es kam viel besser. Nachdem wir dem Mechaniker das Problem gezeigt hatten, nahm er mein Fahrrad und nach ca. 15 Minuten brachte er es repariert zurück.


Dieser Superservice kostete auch nur 27 Euro.


Prima - danach radelten wir zum Zentrum zurück und fanden eine Eisdiele mit leckerem Eis.



Vom Strand aus konnten wir auch beide LNG-Terminals in Wilhelmshaven sehen. Gerade kam ein Gastankschiff zum entladen, begleitet von einem Polizei- und einem Feuerwehrschiff.

Den Rest des Nachmittags schlenderten wir kreuzundquer durch Hooksiel. Petra ergatterte sogar einen Nordsee Rucksack mit einem doppelten Verschluss.

Den Rest des Tages verbrachten wir wieder vor und im Wohnmobil

Am nächsten Tag radelten wir in Richtung Süden. Wilhelmshaven war unser Ziel. Weit entfernt war die Stadt auch nicht.

Bevor wir aber Wilhelmshaven erreichten, mussten wir über eine Brücke fahren.

Darunter befanden sich Gleise.

OK - nichts Besonderes, aber:

Neben diesen Gleisen befand sich auf einer Strecke von ca. 2 - 3 Kilometern eine etwa 7 Meter hohe einseitige Eisenwand.


Später zu Hause fragte ich Google und erhielt endlich eine Antwort:


Es handelt sich um das Galeriebauwerk an der Bahnstrecke Oldenburg–Wilhelmshaven.

Es wirkt über 2,3 Kilometer wie ein Faradayscher Käfig.


Das Bauwerk schützt die nahegelegene Marinefunkstation der Bundeswehr in Sengwarden vor elektromagnetischen Störstrahlungen der in 2023 elektrifizierten Bahnlinie.

Das Bauwerk ist in dieser Form in Deutschland bundesweit einmalig.









Nach 15 Kilometern waren wir dann in der Innenstadt.

Gegen 17 Uhr waren wir dann wieder zurück auf dem Stellplatz. Die Wettervorhersage kündigte für die Nacht Dauerregen an. Das ist nicht gut - evtl. ist die Wiese dann nicht mehr befahrbar und wir kommen nicht mehr weg. Als es dann aber schon gegen 18 Uhr zu regnen begann, haben wir unser WoMo einfach quer und unmittelbar vor die Ausfahrt gestellt. So war es egal wieviel es regnete. Falls jetzt aber ein längeres WoMo kommen sollte, dann muss ich unseres einige Meter zurück fahren. Es kam aber niemand und wir hatten eine störungsfreie Nacht.

Die ganze Aktion stellte sich dann am nächsten Morgen als unnötig heraus, denn geregnet hat es in der Nacht nicht…

Da die Wettervorhersage aber weiterhin Dauerregen vorher sagte und es laut App bereits westlich von uns regnete, beschlossen wir, den ankommenden Regen auszuweichen. Ganz im Westen von Friesland, also bereits in den Niederlanden, war der Regen schon durch.

Also mussten wir dort in der Gegend einen Wohnmobilstellplatz finden. Sneek bot sich an. Von Henk, einem unserer WoMo-Club Freunde wußten wir, dass dies ein wunderschönes Städtchen ist. Henk wohnt auch dort…

Ja, auf der Suche nach einem Wohnmobilstellplatz dort wurde ich auch rasch fündig, denn im Hafen von Sneek gab es einen. Alledings sind die Stellplätze dort nur für Wohnmobile bis 7m geeignet. Egal, irgendwie wird es schon gehen, dachte ich und wir fuhren die rund 200 Kilometer bis dort hin.

Unterwegs gerieten wir auch in einen heftigen Regenschauer, aber bereits 50 Kilometer vor Sneek wurde es schon trocken.

Als wir im Jachthafen ankamen, waren tatsächlich noch 4  von 8 Stellplätze frei. Rasch rückwärts in einem eingeparkt und dann gesehen, dass wir gut einen Meter für die Parkmarkierung auf der Zufahrtsstraße standen.

Das wird nicht toleriert, wußte ich durch Internetbewertungen.

Plötzlich sah ich aber, dass die erste Parkbucht länger als die anderen war. Als wir ankamen hatte ich diese Fläche als Entsorgungsstation wahrgenommen, da sich in dessen Mitte ein Gully befand.

Wie ich nun aber gesehen hatte, war dies ein weiterer Stellplatz, extra für längere Wohnmobile. Also nix wie zurück ins WoMo und rasch umgeparkt, bevor mit jemand diesen Platz besetzt.

So hatten wir eine tolle Aussicht auf den Hafen und die vielen Boote und Schiffe.

Am Nachmittag machten wir dann noch einen Spaziergang zum Zentrum das wir bereits nach wenigen Minuten erreichten.

Zunächst erkundete ich den Hafen und bezahlte bei der Hafenmeisterin die Stellplatzgebühr.

Und dann passierte es. Wie wir so durch die Altstadtgassen schlenderten, stockte Petra plötzlich und blieb stehen.

Dann sagte sie, dass war doch der Henk!

Da draußen vor der Kneipe sitzt der Henk, ich habe gerade auch sein "Lache" erkannt. Die kannte ich aber auch und hörte sie.

Rasch umgedreht und die 10 Meter wieder zurück gelaufen.

Ja, tatsächlich saß dort Henk in geselliger Runde mit anderen Rentnern.

Groß war die Freude als ich ihm auf die Schulter klopfte und er sich umdrehte.

Wir quatschten kurz und verabredeten und für den morgigen Nachmittag.

Nach unserem späten Frühstück nahmen wir dann unsere E-Bikes und radelten. Bevor wir nochmals am Nachmittag in die Altstadt und das Zentrum von Sneek fahren, wollten wir noch die nähere Umgebung erkundigen.

Gegen 17 Uhr suchten wir uns ein sonniges Plätzchen am Wasser und fanden auch einen freien Tisch. Dann telefonierten wir mit Henk und fragten ihn ob oder wann er ins Zentrum kommen würde. Zu unserer Überraschung sagte er, dass er bereits in der Stadt sei und in wenigen Minuten bei uns. Somit brauchte ich ihm nur noch den Namen des Restaurants zu nennen. Zusätzlich schickte ich ihm aber per WhatsApp noch ein Foto.

Zwei Minuten später kam er auch schon angeradelt.

Rund 2 Stunden und mehrere Gläser quatschten wir. Dann verschwand die Sonne rasch hinter den Häusern und ruckzuck wurde es kühl. Wir verabredeten, dass wir im Mai ein Camper-Freunde Treffen organisieren.

Am Abend stellten wir fest, dass wir unser Reiseziel, auf oder vor den Deichen, noch nicht erreicht hatten. Zum einen weil mein E-Bike einen platten Hinterreifen hatte und zum anderem, weil es in Sneek keinen Deich gab.

Also habe ich mit Google Maps nach einem passenden Deich gesucht.

Gesucht und gefunden: Beim Hafenstädtchen Lemmer gibt es einen Deich und eine befahrbare Befestigung vor dem Deich. Als ich dann imHafen von Lemmer auch noch einen Wohnmobilstellplatz fand, war klar, dass wir morgen früh dorthin fahren.

Nach dem Frühstück ging es los. Glück gehabt. Direkt neben uns in Sneek stand ein Niesmann & Bischoff und auf den Parkplätzen hinter uns einige Autos. So hätte ich unheimlich viel ranggieren müssen um die Ausfahrt zu erreichen. Nur wenige Minuten vor uns fuhr aber der Niesmann ab, sodass ich nur mit 2x rangieren durch das Tor fahren konnte.

Bis nach Lemmer waren es nur 25 Kilometer, sodass wir bereits vor 13 Uhr dort waren. Alle Plätze in erster Reihe am Wasser waren natürlich vergeben, sodass wir mittig einen Stellplatz nehmen mussten.

Nachdem das WoMo ausgerichtet und die Betten fertig waren wurden rasch die E-Bikes aus der Garage geholt. Laut Karte radelten wir zunächst Richtung Süden zum großen Hafen. Dort begann dann auch der Deich.


Ja, der Deich war da, aber keine Auffahrt, nur eine steile Treppe.

Also radelten wir parallel zum Deich. Einen Kilometer, zwei Kilometer, drei Kilometer, vier Kilometer usw. Es kam einfach keine Auffahrt. Auf Google Maps waren die aber gut zu erkennen.


Also weiter. Fünf Kilometer, sechs Kilometer, sieben Kilometer und Petras Geduld war eigentlich am Ende. Zurück wollte sie. Wieder Google Maps geschaut. Noch 500 Meter, dann kommt eine Seitenstraße die direkt zur Auffahrt auf den Deich führt. Die Seitenstraße war aber ein schlammiger matschiger Weg. Egal, da müssen wir durch. Zwar führte der Weg zum Deich, aber keine Auffahrt. Also einen noch kleineren Weg am Deich entlang und zur Straße zurück.

Petra hatte keinen Bock mehr und wollte umkehren.

Noch einmal in Google Maps geortet. Wir müssen jeden Moment am Abzweig sein.

100 Meter bis hinter dem nächsten Bauernhof.

Ich konnte Petra überzeugen, doch noch nicht aufzugeben.

So kurz vor dem Ziel - das wäre ärgerlich.

Ja, dann kam der Abzweig und wir konnten den Deich mit der Auffahrt sehen.

Nix wie rauf und dann waren wir auf der Piste vor dem Deich - endlich.

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weiter:

Übersicht-Kurztouren

Nach knapp 9 Kilometern waren wir wieder am großen Hafen und sahen natürlich die Ausfahrt vom Deich - die verpasste Auffahrt…

Von dort aus radelten wir ins Zentrum von Lemmer.

Lemmer ist ein echtes Touristisches Ziel. Viele Touristen waren hier.

Es gab aber auch viele Restaurants und Kneipen, sodass wir nach der Stadtbesichtigung sowohl im Restaurant und in der Kneipe freie Aussenplätze fanden.

Am nächsten Tag endete unsere Frieslandreise. Bis nach Hause waren noch 230 Kilometer zu fahren. Die gesamte Rückfahrt ging staulos durch die Niederlande.

Noch ein Nachtrag. In Sneek stellte plötzlich die Wasserpumpe ihren Dienst ein.

Gut dass wir immer 2 Reserve-Wasserpumpen dabei haben.

In rund 20 Minuten war der Schaden behoben.